Fibromyalgie
Fibromyalgie ist ein inzwischen sehr häufig gebrauchter
Begriff, der aber nicht einheitlich definiert wird.
Festzuhalten ist, dass es bis heute nicht gelungen ist, auch nur
einen einzigen somatischen Befund festzulegen, den alle
Fibromyalgie-Patienten aufweisen sollen. Damit erfüllte der Begriff
Fibromyalgie nicht das, was an eine Diagnose an Kriterien zu stellen
ist.
Aus unserer Sicht ist das einzige, was bei Fibromyalgie von allen
Autoren einheitlich zugestanden wird, der therapieresistente,
ausgebreitete, körperlich nicht erklärbare Ganzkörperschmerz. Von vielen
Autoren wird eine Nähe zur somatoformen Schmerzstörung festgestellt, ob
es das gleiche ist, ist nicht klar, spielt aber auch keine Rolle.
Jedenfalls sind die 1990 vom American College auf Rheumatology
festgestellten Tender Points insofern nicht mehr in der Diskussion, als
es nicht nur diese 18 von diesem Kollegium festgelegten
Sehnenansatzpunkte sind, die auf Druckpalpation besonders schmerzhaft
sind, sondern solche Patienten haben hunderte solcher Punkte (Pongratz
2004).
Der Autor der damaligen Veröffentlichung von 1990, Frederick Wolfe, hat
diese 2003 selbst zurückgenommen und sich davon distanziert.
Andererseits räumen alle Autoren ein, dass sie selbstverständlich auch
dann eine Fibromyalgie annehmen, wenn nicht die geforderte Zahl von
Tender Points positiv ist, aber ein solcher Schmerz vorliegt. Auch
weitere Kriterien wie funktionelle Störungen sind häufig positiv, jedoch
nicht obligat.